Die Sichtbarkeit der Regionalität: Erkennen Kunden die regionale Rolle ihrer Bank?  [28.07.26]

Wir freuen uns über unseren Beitrag in der Zeitschrift für das gesamte Genossenschaftswesen (ZfgG): The Visibility of Regionality: Do Customers Recognize the Regional Role of Their Bank?

Genossenschaftsbanken spielen eine zentrale Rolle bei der Finanzierung kleiner und mittlerer Unternehmen, der Stabilisierung lokaler Arbeitsmärkte und der Unterstützung einer nachhaltigen regionalen Entwicklung¹. Digitalisierung, demografischer Wandel, verstärkter Wettbewerb und steigende Kosten stellen das traditionelle regionale Geschäftsmodell der Genossenschaftsbanken zunehmend vor strukturelle Herausforderungen. Obwohl das Regionalprinzip von Genossenschaftsbanken oft als Wettbewerbsvorteil genannt wird, ist bislang wenig darüber bekannt, ob Kund:innen die Regionalwirkung der Genossenschaftsbanken wahrnehmen und ob sich ihre Wahrnehmung durch gezielte schriftliche Information verändern lässt.

Im Beitrag zeigen Nikolas Bublik, Tessa Jensen-Auvermann und Sebastian Hess

-          Frauen reagieren positiv auf schriftliche Informationen zur Regionalwirkung von Genossenschaftsbanken.

-          Die Wahrnehmung des Regionalprinzips wird vor allem durch drei Faktoren beeinflusst: Alter der Kund:innen, Größe der Genossenschaftsbank und gelebte Mitgliederpartizipation.

Insgesamt deuten die Ergebnisse darauf hin, dass Genossenschaftsbanken der Versuchung widerstehen sollten, digitale Direktbanken zu imitieren. Stattdessen lässt sich eine nachhaltige Profitabilität eher durch lokales Engagement in den Bereichen Wohnen, Infrastruktur und Freizeit erreichen. Folglich wird das Regionalprinzip erlebbar gemacht. Dieser Baustein einer Differenzierungsstrategie dient langfristiger Kundenbindung und Wirtschaftlichkeit.

Der Beitrag ist hier zu finden: https://doi.org/10.1515/zfgg-2026-0008 .

Seit 75 Jahren besteht die Zeitschrift für das gesamte Genossenschaftswesen (ZfgG). Diese wissenschaftliche Fachzeitschrift schlägt eine Brücke zwischen Fragestellungen aus der genossenschaftlichen Praxis und der wissenschaftlichen Diskussion. In der ZfgG kommen Praktiker:innen sowie Wissenschaftler:innen gleichermaßen zu Wort. Die Genossenschaftsthemen werden aus unterschiedlichen Perspektiven beleuchtet.

Die Redaktion der ZfgG hat ihren Sitz am Forschungsinstitut für Genossenschaftswesen an der Universität Erlangen-Nürnberg. Herausgeberin der ZfgG ist die Arbeitsgemeinschaft Genossenschaftswissenschaftlicher Institute e.V. (AGI).

Nähere Informationen zur AGI finden Sie hier Zeitschrift für das gesamte Genossenschaftswesen... und hier AGI – Arbeitsgemeinschaft Genossenschaftswissenschaftlicher Institute e.V. – Arbeitsgemeinschaft Genossenschaftswissenschaftlicher Institute e.V.

 

Literaturhinweise:

¹Flögel, F. und Gärtner, S. (2018). The Banking Systems of Germany, the UK and Spain from a Spatial Perspective: Lessons Learned and What Is to Be Done? Discussion Paper 18 1A.

Goglio, S. und Leonardi, A. (2010). The Roots of Cooperative Credit from a theoretical and historical perspective. Euricse Working Paper s10(N.011).

Kühn, A.-L., Stiglbauer, M. und Zschäckel, E. (2013). Values-based management in cooperative banks: Balancing self-perception with public perception? International conference "Governance & Control in Finance & Banking: A New Paradigm for Risk & Performa.


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